Mit “The Bar At Buena Vista” auf Tour

Mit legendären Musikern und Tänzern aus Havanna ist eine weitere Show zur Zeit in Europa unterwegs, "The Bar At Buenes Vista – Grandfahers Of Cuban Music" . Rynaldo Creagh ist mit 93 Jahren der dienstälteste Legend einer unglaublichen Tourneetruppe. Auch die anderen Stars der Zuckerrohrinsel, wie der Sänger Jose Maracaibo Castaneda, Pianist Guillermo Rubalcaba Gonzales, der Tänzer Luis Medive, oder auch die Diva Siomara Valdes sind Kinder des vergangenen Jahrhunderts. Von der Nostalgiewelle getragen wird auch der Solist Leonel Gamboa, der allerdings mit 36 Jahren sein Leben noch vor sich hat. Er versteht sich als Botschafter der kubanischen Musik und ist zuversichtlcih, dass er das Embargo gegen seine Heimat noch miterleben wird. Mit der aktuellen Show geht eine Musik um die Welt, die sich ihren Reichtum an Klangfarben und ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Paolo Fresu mit Virtuosi Italiani mit “Back to Beach” im März in Bruneck

Viele werden sich fragen, wie passen Jazz und Barockmusik zusammen? Die eindeutige Antwort lautet – ganz hervorragend, vorausgesetzt, so großartige Musiker wie der Jazz-Trompeter Paolo Fresu und das Kammerorchester "I Virtuosi Italiani" treffen aufeinander. Nach einer Begegnung zwischen dem Leiter des Orchesters Alberto Martini und Fresu entstand das Projekt "Back to Bach". Musik aus unterschiedlichen Epochen und Stilen ergänzt sich zu einem faszinierenden und dynamischen Klangerlebnis. Nachdem Fresu das geplante Konzert in Bruneck am 28. Januar aufgrund eines Unfalls absagen musste, findet dies nun am 27. März im "Haus-Pacher" in Bruneck statt. Karten sind im Büro des Südtiroler Kulturinstitus erhältlich.

Chris Rea nach schwerer Krankheit wieder auf Tour!

Der Mann kann es einfach nicht lassen! Sein Publikum wird es dem Bluesbarden und Popkünstler Rea aber danken, dass er nach seinem Rücktritt von der Bühne ab diesem Jahr wieder durch Deutschland tourt. Rea, dem man seine schwere Krankheit deutlich ansehen kann, hat jedenfalls bei einem Konzert in Hamburg musikalisch restlos überzeugen können. Auf seiner neuen Tournee "Santo Spirito Tour" hat der Musiker ein Repertoire aus alten Klassikern und neueren Bluesnummern zum Besten gegeben. Die Fans im Hamburger Congress Center dankten dem mittlerweile 60 Jahre alten Künstler mit Standing-Ovations. Chris Rea hatte in den achtziger Jahren eine Vielzahl an Hits und Chartsplatzierungen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Josephine", "On the beach" und "I can hear your heartbeat". Seit mehreren Jahren hat Rea der Hitschmiede Musikindustrie, wie er zu sagen pflegt, den Rücken gekehrt und produziert und schreibt ausschließlich Bluessongs, die ihm besser zu Gesicht stehen, als die teilweise seichten Popsongs seiner Karrierezeiten. Möge er noch viele Jahre auf den Bühnen der Welt für wohlige Gänsehaut sorgen und uns weiter mit schönen Bluesrevues versorgen. Long life Chris! 

George Michael ist Rock ‘n Roll

17. November 2011 – Olympiahalle München – ein Rockkonzert

George Michael - Symphonica Tour - München BühnenaufbauMit nun 41 Jahren kommt man nicht umher zu zu geben, irgendwann einmal mit George Michael In Verbindung gewesen zu sein. Als Kinder der Achtziger Jahre hörte jeder -mehr oder weniger aktiv- die Wham Scheiben und fragte sich, warum die Angebetete statt von einem selbst, lieber 10 Wham / George Michael Poster der Zeitschrift Bravo im Zimmer aushing.

Nein. Ich könnte wirklich nicht behaupten, daß mir der Mann ein Fremder sei. Aber er stand sicher nicht im Mittelpunkt meines Musiklebens. Rock kam, während meines Werdeganges ins Bewußtsein, Hardrock, Metal, Elektro. Auf der Suche nach mir selbst , in den Jahren größten musikalischen Vakuums (Ende der Neunziger) entdeckte ich schließlich meine Vorliebe für weichere Klänge. Vornehmlich Jazz angehauchte Musik begann mich zu interessieren.
In dieser Zeit fand der Silberling "Older" den Weg in meinen CD Spieler. Ein wirklich gutes Werk, daß jede noch so verkrampfte Situation während kleiner und größerer Balzvorhaben zu lösen vermochte.
Danach wieder Stille und der Mann verdängte sich wieder völligst aus der eigenen Erinnerung. Nun gut, man las oder hörte von seinen Eskaparten, seinem Outing, seinen Abstürzen. Cool fand ich es, mußte lächeln. Mehr aber auch nicht.

Dies änderte sich am 17. November für mich nachhaltig. Erfreut über unerwartet von einem meiner besten Freunde geschenkte V.I.P. Karten  für das Konzert "Symphonica" in der guten alten Olympiahalle in München, nahm ich Platz in Reihe 2 und sah der Eröffnung des Konzerts gespannt, aber ohne jegliche Erwartungen entgegen.
Nun. Nicht jedem ist es vergönnt, die intensive Bühnenpräsenz dieses Mannes erleben zu dürfen. Ich bin mir nicht sicher, ob das im Hochrang 140 Meter hinter mir immer noch so erlebt wurde. Aber dieser Mann vermochte es mich in Sekundenbruchteilen in den Bann zu ziehen. Nein, ich bin nicht xxx, bin mehr als hetereo, habe eine liebe Frau und Familie. Aber was soll ich sagen ? Er sieht einfach verdammt gut aus. Gereift wie mein Whiskey aus meinem Geburtsjahre 1970, muß man einfach zu geben, daß er mehr Ausstrahlung besitzt als man selbst.

Sofort fand ich Zugang zu dieser leichten aber doch intensiven und komplexen Musik aus Jazz und Klassik. Seine Stimme ist so, wie man sie in Erinnerung hat. Weich, einen einnehmend. Aber dennoch mit einer enormer Klangfülle und Stärke.
Die Gestaltung der Bühne empfand ich als das beste, was ich seit Jahren je gesehen habe. Peter Gabriel hätte es nicht besser gemacht.
Ohne technoid in den Vordergrund zu treten, umspielte die Hightech Projektion jeden der performten Songs. Gab ihnen den Grad an Untermalung, den sie benötigten, um immer noch für sich selbst wirken zu können. Ohne den Blick von ihm selbst und den Akteuren des Orchesters, das ihn in seine Mitte aufnahm, ab zu wenden, dran das Geschehen hinter der Bühne ins Unterbewußte.
Dennoch verlor man sich fasziniert in den immer wieder neu entstehenden Formen hinter der Bühne, die ganz weich gezeichnet, aus einem Hochleistungsrechner kamen.
Als IT Spezialist muß man davon einfach fasziniert sein. Ein Vorhang der zu einem eigenen Leben fand. Eine überlebensgroße Projektionsfläche, die eine derart prägnante Schärfe zeichnete, daß ich mich auf jeden einzelnen Song freute, der die Umgebung erneut in eine neue Aura versetzte.George Michael ist Rock 'n Roll

Vor mir, zum Greifen nahe, sprang mir über den ganzen Verlauf des Konzerts ein weiterer Akteur ins Auge, den man vermutlich übersehen hätte, würde er nicht dieses ungewöhnliche Gerät bedienen. Eine Harfe. Sein perfektes und faszinierendes Spiel konnte sich leider nicht oft in den Vordergrund bringen. Die meiste Zeit ging er unter in dem Soundvolumen von Streichern und Schlagzeug.
Aber man vergaß ihn dennoch nie. Es gab glaube ich nicht einen einzigen Song, den dieser Mann nicht aus tiefster Insbrunst mitsang. Er bewegte sch auf seinem kleinen Sitz vor und zurück und lebte dieses Konzert. Man hatte fast den Eindruck, er sei selbst ein Fan von George Michael. Flehend nach weiterem Input sah er seitlich zu ihm hinüber und verlangte nach mehr. Nicht mal im Abspann des Auftritts verließ ihn sein intimer Zugang zu der Musik und dem Geschehen.
Überhaupt hatte man das Gefühl von der gesammten Gruppe. Man sang in Background nicht einfach was neben- oder hinterher. Man lebte es auch dort.
Diese Leute hatten und haben Spaß bei dem was sie machen und sie stehen sich untereinander sichtlich nahe. Hier stand kein abgehobener Star im Vordergrund. Hier wurde gemeinsam gejamt. Das tun sie auch hinter der Bühne, wie einst Elvis mit seiner Band.

George Michael präsentierte mir ein Konzert, wie ich es selten gesehen habe. Etwas das mich emotional mitriss und mich ca. 3h lang (mit Pause) vergessen ließ, was ich für Probleme habe, was zu tun ist, wohin ich will und wo ich bin.
Man muß kein Fan einer Musikrichtung sein, kein Fan eines Künstlers. Aber das was ich dort erleben durfte ist wahrer Rock 'n Roll ! Darum geht es bei Musik. Wenn sie dies vermag, hat sie ihre Aufgabe erledigt. Eine, die Radio heutzutage nicht mehr auf der Agenda stehen hat !

Dieser Mann hat seinen Erfolg verdient. Egal was er tat, ega wie er sein Leben lebt.  Eine Persönlichkeit, wie man sie selten auf der Bühne erleben darf. Klanglich perfekt präsentiert in einer nicht überladenden aber perfekten Show.

Und am Ende nahm er sogar seine Brille ab 🙂

Zum Fotoalbum des George Michael Konzerts am 17.11.2011 in der Münchner Olympiahalle

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