Schlagwort-Archiv: Rezension

Aug 26

Onix A-25 Vollverstärker im Test bei Fidelity

Das Remake des legendäre Onix Amp "A-25" im Test bei Fidelity

Der neue Halfsize Amp Onix A-25 überzeugt nicht nur durch sein edles Aussehen.
Er überzeugt auf ganzer Linie, sowohl in Verarbeitung als auch Klang. Dabei ist er ein echter Britte und gibt jeder Anlage eine gewisse Noblesse und Status.

Aber lesen Sie selbst — > Test des Onix A-25 bei Fidelity

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Mrz 08

Test Mastersound 300B Compact steht bevor

Italienische Schönheit Mastersound 300B Compact steht in unserem Studio

Am Wochenende habe ich das Glück, ein Italienisches Schwergewicht testen zu dürfen. Ich habe die italienische Diva, den Röhrenverstärker Mastersound 300B, fast nicht in den Hörraum bekommen.
So grazil wie er aussieht, so verwundert ist man, wenn man ihn nicht aus dem Karton bekommt.

Mastersound 300B Compact im Test bei Dr. Vinyl

 

Ich bin sehr gespannt, was dieser optisch wunderschöne Verstärker zu erzählen hat.
Vorab schon einmal einige Eckdaten des guten Stückes:

  • Single Ended Class "A"
  • 2 x 15 Watt
  • Röhren: 2 x 300B
  • Vorstufen Röhren: 2 x ECC802
  • Treiber Röhren: 2 x 6SN7 GT
  • Eingänge: 3 x Line + 1 Direkt
  • Ausgangstransformator (Übertrager): handgearbeitet von Mastersound
  • Impedanz: 4 – 8 Ohm
  • Negative Feedback: 0dB
  • Bandbreite: 8 Hz / 40kHz – 0dB
  • Ausmaße: 54 x 29 x 27 cm
  • Gewicht: 33kg !!

Ein vollständiges Stück Handarbeit also. Inklusive der Wickelung auf den Übertragern. Sehr schön.

Ich werde mal an schließen 🙂

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Feb 19

High End für Einsteiger – Lehmann Black Cube Statement

Test des Black Cube Statement von Lehmann Audio

Vor einigen Tagen hatte ich den ersten Test veröffentlicht – Stream Box DS – und während des Schreibens großen Gefallen an dieser Tätigkeit empfunden. Obwohl ich selbst vom Fach bin, wundere ich mich teilweise über Tests der Fachpresse, die nur nach abgeschlossenem Studiengang in Rund & Fernsehtechnik zu verstehen sind.
Wenn ich mich zwanzig Jahre zurück erinnere, waren die Berichte in der Audio & Co irgendwie lebhafter verfasst und für "normalsterbliche" Hifi Fans konzipiert. Aus diesem Grunde möchte zukünftig in leicht verständlicher  Sprache meine eigenen Testberichte veröffentlichen, mit denen möglicherweise der "blutige Anfänger" sich auch zu identifizieren weiß.

Da wir uns der deutschen und europäischen Fertigung verschrieben haben, wird es sich nur um qualitativ hochwertige Geräte handeln, die von uns beschrieben werden. Dabei ist aber hohe Fertigungsqualität nicht gleich zu setzen mit hohen Preisen.
Ein herausragendes Beispiel ist der Black Cube Statement Phono Verstärker des mittlerweile international bekannten Toningeneur Lehmann.
Sollte ich eine Empfehlung aussprechen sollen, welcher Transistor Phono Verstärker das richtige Geräte für einen High End Einsteiger darstellt, dann würde ich mit dem Black Cube beginnen. Aber der Reihe nach.

Black Cube Statement Verpackung

Ich beginne an einer Stelle, die andere seltsamerweise nie oder selten erwähnen. Der Verpackung. Der Lehmann Black Cube Statement kommt in einer einfachen Kartonagenverpackung daher. Nein, keine Holzschatulle. Aber die hätte auch beim Preis von 330,- € niemand erwartet.
Richtig. Knapp über 300,- € und dennoch sprechen wir von High End. Sicher. Hat man die Verpackung geöffnet und den ersten Blick erhascht, wird man unter Umständen schon ein wenig enttäuscht sein.
Wenn auch dieser Preis günstig ist, so erhält man doch oft in asiatischen Gefilden ein Gerät, das zumindest irgendwie bunt und mit einigen Knöpfchen ausgestattet ist.
Hier ? Fehlanzeige. Ein schwarzes Blech-Kästchen mit Aufschrift "completely manafactured in in Germany"
Black Cube Statement lehmannaudio Oberseite Gut, daß lässt sofort auf mehr hoffen. Für jemanden wie mich, der mit "Made in Germany" aufwuchs und dies als höchstes Siegel der Erde ansah, die halbe Miete.
An der Stelle sollte ich vielleicht kurz einhaken und bemerken, daß eine der letzten EU-Schandtaten darin bestand, eben dieses "Güte-Siegel" auf alle Zeiten zu verbannen. Glücklicherweise scheiterte man mit dem Vorhaben, dieses ehemals als Stigmata gedachte Siegel -welches wie nichts anderes auf der Erde für Qualität steht- verschwinden zu lassen. Wir dürfen uns weiterhin daran erfreuen und unsere Kaufentscheidungen davon tragen lassen.

Nehmen wir also das Gerät aus seinem Schaumstoff gepolsterten Schutzkarton heraus und begutachten es mal haptisch. Nicht schwer, stabil, sauber verarbeitet. HInten zwei Cinch Buchen, vorne zwei weitere plus einem Masseanschluss. Fertig. Das war's…halt nein. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man an der hinteren Seite des Phono Verstärkers noch eine LED neben der Buchse für den Stecker des ausgelagerten Steckernetzteils.
Hmmmm… "dess is mol nedd vieeel" geht es durch meinen Pfälzer Schädel. Sicher keine Schönheit, die man stolz neben seinem Dreher präsentiert, für den man eins einen vierstelligen Betrag aus gab.
Black Cube Statement Ansicht Anschluss end VerstärkerAber was soll es. Muß ja auch nicht sein. Schöne kurze Kabel dran und hinten verschwinden lassen. Hat ja auch Vorteile.

Ich nehme mir das Handbuch zur Hand. Kein fest gebundenes, aber ein in eine saubere Schutzhülle geklemmtes übersichtliches Dokument mit viel Inhalt. Hier lernt man nicht nur, wie man das Gerät einschaltet, sondern auch wie es funktioniert.
Die Platine ist abgebildet, alles genau beschrieben. Schön in bestem Deutsch, so daß man es auch versteht. Aber was lese ich da ? Einstellen…..Dip Schalter….Imbusschrauben öffnen, Gehäuse entfernen.
Black Cube Statement frontseite phono Terminal Nee. Da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu. Geht es Ihnen auch so ? Sie wollen auspacken und loslegen. Plug and Play wie es im IT Bereich, aus dem ich ursprünglich komme, so schön heißt.
Scheint in diesem Falle hier nicht so zu sein. Ich schließe das Ding jetzt einfach mal an, denke ich mir.
Und wie ich das Gerät so zu meinen Komponenten trage, sehe ich, daß sich die Dipschalter gar nicht wie beschrieben im Innern des Gerätes befinden, sondern nach außn durch den Gehäuseboden gefräst sind. Einfach zu erreichen, kein Problem sie zu bedienen.
Aber da ich so im Tatendran bin, entscheide ich mich gegen ein weiteres Studium des Dokumentes und schließe einfach mal an.
Dazu benutze ich einfach mal das, was so rumsteht. Was da wäre:

  • Audion Röhren Verstärker – Silver Night 300B
  • Revolver Replay Turntable – Plattenspieler
  • Goldring MC Cold Tonabnehmer
  • ein Goldkabel der Highline Serie vom Phono Pre zur Endstufe
  • High Tune Lautsprecher Kabel
  • Revolver Cygnis Lautsprecher

Black Cube Statement an Audio Silver Night 300B

Ich liebe diese Audion Endstufe. Mit das schönste Gerät, das ich bisher zu hören bekam. Optisch schmiegt es sich nahtlos an den Black Cube an. 🙂 Aber darum geht es ja nicht. Jedenfalls bei mir.
Mein Fiat Uno Turbo in den Neunzigern sah auch nach nichts aus und "ging besser" als alles andere um mich herum.

Ein schneller Griff nach links, wo sich immer ein paar spielbereite Platten befinden und schon liegt die Speakers Corner Reissue von Supertramp "Crime Of The Century" auf dem Plattenteller.
Sagenhafte Scheibe übrigens.
Das Revolver Plattengewicht drauf, Lautstärke Regler auf Halbgas um nicht zu viel von den 2 x 7 Watt Endstufenleistung an die Cygnis ab zu geben, die mit 91db Empfindlichkeit durchaus gut zu befeuern mit dem  Röhrenpuster zu befeuern ist. Dann warten.
Revolver Cygnis Lautsprecher Holla….das beginnt doch gleich so, wie ich es mir vorstelle. Sauber, dynamisch und rund. Gefällt sofort, habe ich diese Platte doch schon tausend Male unter verschiedenen Konfigurationen gehört.
Einige Minuten nahm ich auf meinem Stuhl platz, um dann irgendwann die Erkenntnis zu erlangen, daß es zwar schön klingt, irgend etwas aber nicht stimmt. Da ist ein deutlicher Schleier.
O.K. dann nehmen wir mal das Handbuch zur Hand und lesen uns ein wenig ein, wie wir das Teil richtig anpassen.
Hier befindet sich jetzt auch die große Stärke dieses kleinen Zwergs. Viele können vielleicht besser ausschauen, aber wenige sind in diesem Preisbereich so anpassungsfähig. MM & MC, von xx khz bis xx in drei Stufen oder selektiv ein Wahlimpedanz. Diese muß allerdings per Jumper im Innern des Gehäuses gesetzt werden.
20 Sekunden geblättert, da war klar was hier los ist. Logisch. Habe doch einen MC Abnehmer auf meinem Dreher stecken und das Gerät ist im Standard als MM konfiguriert. Ich mußte lächeln. Dem Hifi-Unerfahrenen wäre das womöglich nicht einmal aufgefallen und er hätte lebenslang seinen MC Tonabnehmer im MM Modus betrieben. Klang ehrlich gut und hatte durchaus Kraft, Lautstärke und Dynamik.

Goldring MC Gold an Revolver Replay Turntable

Black Cube Statement bodenansicht

Runter mit der Lautstärke, hinauf dem Kopf, Black Cube umgedreht, den ersten Dip Pin des Schalters hoch und gestaunt, daß da noch ein zweiter ist. Wunderbar. Alles schön kanal getrennt. Stereo, zwei Kanäle, also zwei getrennte Dip Schalter. So muß das sein. Den anderen Pin also auch umgelegt. Gerät wieder umgelegt, Goldring wieder runter, Lautstärker wieder hoch, etwas höher als vorher. 40 Sekunden vergangen seit dem Anheben.
"Hoooollllaaaa. Was ist denn jetzt los", durchzuckt es mich schlagartig. Ich befinde mich mit meinen 2x 7 Watt in einer Disco. Unfassbar ! Der Black Cube verstärkt derart rabiat, daß es einem die Tränen aus den Augen drückt.
Ich behaupte, es gibt kein MC System der Erde, selbst dann wenn es nur 0,000001 Mikromillimeterminivolt herausdrückt, daß sich nicht vom Lehmann Statement befeuern ließe Ich bewege mich zurück auf meinen Stuhl und lausche kurz der geänderten Akkustik. Das ist schrill was hier abgeht. Aber schrill auch im negativen Sinne. Alles zu viel. Von allem zu viel, Zu viel Höhen, zu viel Lautstärke . . . einfach zu viel.
Das macht mir keine Freude. Kurz denke ich darüber nach, das Gerät wieder in den MM Modus zu versetzen. Aber das kann es ja nicht sein. Ich halte hier ein von der Fachpresse hochgelobtes Gerät in Händen. Irgendwie scheine ich mich geräte als DAU (dümmster anzunehmender User) zu outen.
Peinlich, aber egal. Die Bedienungsanleitung muß wieder her. Nochmal die Impedanzeinstellung gegenüber der Herstellerangaben von Goldring verglichen. Nein, stimmt. Das ist richtig. 
Was ist hier los ? Ist der Phono Verstärker defekt ? Ist mein Tonabnehmer mit einem weiteren mit nicht bekannten Verstärker gekoppelt ?
Nein. Weder noch. Die Bedienungsaleitung bringt die Lösung zu Tage. Der Verstärker arbeitet mit einer Standardverstärkung von 63db. Das ist zu viel für meinen Power MC. Kurz nachgelesen, der saubere Schaltplan der Platine weist mir den Weg. Die Brücke muß weg, dann senkt sich Verstärkungsgrad um 10db.
Black Cube Statement SchaltungBewaffnet mit dem beiligenden Imbusschlüssel nähere ich mich der Elektronik. Die Schrauben lassen sich einfach öffnen, das Gehäuse sauber abziehen. Da liegt sie die nur so von Kraft speiende Elektronik aus Ingeneurs Hand. Und da ist auch die Brücke die runter muß.
Schnell abgezogen. Wieder runder, rauf usw. und . . . . . ein Lächeln bannt sich seinen Weg über mein Gesicht. Hurra. Meine Elekroniker Lehrberuf trug Früchte. Der stechende Schmerz aus meinem Ohr ist verflogen.
Nur. Was ist denn das jetzt. Wer bitte hat am Balance Regler gedreht. Mein einjähriger Sohn war ja nicht zugegen. Blödsinn. Habe ja auch gar keinen. Wir Highender arbeiten doch grundsätzlich ohne diese "Ferz", wie der Pfälzer zu sagen pflegt. Wiederum macht sich Verzweiflung breit. Was um Himmels Willen ist jetzt wieder los. Ich nehme das Gerät wieder hoch, schau auf den Gehäuseboden an dem ich vor hatte die Dip Stellungen nochmals zu überprüfen, da meldet sich mein Logikzentrum. "Junge, Du hast doch gerade zwei Dipschalter eingestellt. Stereo, weißt Du noch ?" Korrekt. Der Verdacht liegt nahe, daß bei den gehäuseinternen Brücken ebenfalls ein kanalgetrennter Aufbau zu finden ist. Und dem ist auch so. Natürlich steckt dort noch eine zweite Brücke, die es zu entfernten gilt. Gut daß ich als alter Bastler das Gerät erst nicht wieder verschlossen habe.
Rauf, runter, aus, an, runter rauf. In der Zwischenzeit kennen wir das Spiel. Der Revolver Replay legt los.

School !! Gleichmässig aus beiden Kanalen lassen sich die Kinder vernehmen. Nun kann mit dem begonnen werden, weshalb ich diese Aktion zuerst begonnen hatte: Zuhören.
Und das ist eine große Freude. Der Verstärker Winzling bietet wirklich viel fürs Geld. Ohne Frage, es gibt besseres. aber bei diesem Preis werden Sie sich die Finger wund suchen. Der Black Cube Statement arbeitet mit Schmalz, locker aus der Hüfte. Vermag ohne Schwierigkeiten tief auf zu lösen und sauber zu staffeln. Für mich hat er zwar eine kleine Höhenbetonung, aber die fällt nicht weiter ins Gewicht. Zumal gerade in Deutschland dies eine unserer Hörgewohnheiten ist.
Knackiger Bass liefert das Supertramp Album direkt zu Beginn. Hier lässt es an nichts missen.
Antonio Forcione's "Ghetto Paradise"  liefert feinst gestaffelte Gittarren-Sounds und lässt Details gestochen scharf durch die Speaker rauschen. Dynamik pur erfahre ich bei Charly Antolini und seinem Album "Knock Out"

Die Phono Vorverstärker macht einen riesen Spaß. Genauso wie mein damaliger Uno. Es wird keine Minute langweilig, er ist günstig und genau wie es mir damals Spaß machte BMW's zu "zerblasen", genauso lass ich den Black Cube Statement jetzt die teilweise viel teuere Konkurrenz aus Fernost, Frank, England oder U.S.A. zerhacken. 🙂

In diesem Sinne. Ein musikalisches Wochenende wünscht

Dr. Vinyl

Nachtrag
Black Cube Statement an high tune Explorer Am nächsten Tag erlaubte ich mir noch einige Stunden weiter zu hören. Und was ich dabei feststellte war, daß sich der kleine Cube nicht nur durch höherwertigere Verkabelungen aufwerten ließ -dazu schloss ich die High Tune Explorer in der WBT Variante an- sondern auch von Stunde zu Stunde feinzeichnender aufspielte.
Seine nun erhaltene Spielfreude schenkte mir die Authenzität die ich von der legendären Super Session erwarte und lässt mich durch die greifenbaren HIntergrundgeräusche wie "Gläserklirren, Telefon Klingeln, Registrierkasse" auf der Jazz at the Pawnshop tief eintauchen in die zu dem Zeitpunkt der Aufnahme herschenden "Feeling". Einfach schön. Fantastische Platte, falls ich das noch nicht erwähnt hatte. Zum Dahinschmelzen das Saxophon, zum Träumen das Xylophon.

Ja, High End für knapp 300,- € ist möglich

Testkonfiguration

Phono Vorverstärker Black Cube Statement – Lehmannaudio
Endstufe Audion Silver Night 300B
Lautsprecher Revolver Cygnis
Laufwerk Revolver Replay (Jelco) / Goldring MC Gold
Verkabelung High Tune Explorer
   

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