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Aug 13

Service immer noch auf Wunschzettel der Kunden

Gespräch mit Kunden festigt die Überzeugung vom Konzept Klangheimat

 

Wenngleich die Arbeiten am Hörstudio sowie am Degustationsraum nebst Weinlager noch nicht gänzlich abgeschlossen sind, konnte ich schon einige glückliche und zufriedene Kunden begrüßen.
Es scheint sich schon jetzt ein Kunden-Typus heraus zu kristalisieren.
Männlich, über 50, im Leben stehend und im festen Wissen und Gewissen was er möchte und vor allem, was er nicht möchte.
 

Alle äußerten sich negativ über nachlassenden Kundenservice. Über eine verbissene Vermarktung unseres liebsten Hobbys (analoges Hifi) rein über den Preis.
Weiterhin bemängelten einige Kunden die zunehmende Direktvermarktung der Hersteller und der online gestützte Verkauf über das Internet, der sich mehr zum Fluch als zum Segen entwickelt.
Preise sind transparent. Kunden vergleichen radikal die Preise und entscheiden danach.
Beratung, wenn es sie noch gibt, erfolgt beim Händler vor Ort, gekauft wird unter http://www. . .. An dieser Stelle zeigt sich das ganze Dilemma.
Der Händler nimmt sich keine Zeit mehr, da es immer seltener zu Kaufabschlüssen kommt. Der Kunde fühlt sich schlecht beraten, kauft eher direkt und informiert sich im Internet, da dort die Beratung fast besser ist.
Am Ende sind sowohl Händler als auch Kunden unzufrieden.

Wir leben in modernen Zeiten. Internet, Direktvermarktung, Vergleich und Beratung im Netz. Aber passt das zu einem Hobby, das wir doch aus dem Grund gewählt hat, weil es uns "entschleunigt" und zur Basis zurück bringen soll ?

Gehört zu dem Erlebnis "analoge Hifi Hardware" nicht auch ein stückweit der Kauf dieser Geräte hinzu ?

Vor einiger Zeit, auf der High End in München, antwortete mir einmal Herr Friedrich Schäfer von ASR auf die Anfrage hin, ob ich denn seine Produkte in einem Wohnraum-Hörstudio anbieten dürfte folgendes:

Eine gute Sache. Vermutlich das Einzigste was auf längere Zeit bestehen wird.

Für mich ist das Internet eine gute Sache. Aber meiner Meinung nach tötet es den Fachhandel, den wir einmal geliebt und geschätzt haben.
Handelsübliche Hifi-Händler werden es immer schwerer haben, bestehen zu können.
Und eben solche Händler sind auch nicht in der Lage, sich für einen Schallplattenwaschmaschinenkunden 2 Stunden Zeit nehmen zu können.

Als Kunde der bereit ist fast 3.000,- €  in solch ein Gerät zu investieren, hat man es aber verdient, ernst genommen zu werden. Der Kunde möchte ein "Schwätzchen" halten, sich austauschen, wissen wo er nachträglich seinen Service her bekommt.
Er kauft diese Zeit mit. Und er genießt sie auch.

Ein Kunde sagte mir vor einiger Zeit: "ich möchte nicht den Marmorpalast des Händlers kaufen, ich möchte gut beraten werden"

Wir haben uns alle ein wenig verfahren in unserer modernen Gesellschaft. Alles schnell, alles direkt, immer und überall zu jeder Zeit.
In Wirklichkeit ist aber der Schrei nach Ursprünglichem überlaut.
Wir möchten Dinge und Zeit von Bestand, von Geselligkeit, von Vertrautheit und Ehrlichkeit.

Bodenständiges !

Ich freue mich sehr darüber, dieses Gefühl vermitteln zu können und habe weiterhin Zuversicht in diese Art der Kundenbehandlung.

Dies macht nicht nur dem Kunden Freude, es gibt auch mir ein Gefühl von Befriedigung, das mich den Tag über begleitet.

 

Euer Dr. Vinyl

Über den Autor

Klangheimat

Geboren im Jahre 1970 wuchs ich noch mit "vernünftiger" Musik auf, die man sich erarbeiten mußte. Die Schallplatte stellte in meiner Jugend das einzige Medium dar, für das man bereit war Geld auszugeben. Und den Kauf zelebrierte man entsprechend. Kopien zog man sich auf Kassette (meine waren immer aus meinem Geburtsort Ludwigshafen von BASF :-) ), Genuß bezog man von der schwarzen Scheibe. Was eine schöne Zeit.
In der heutigen digitalen Welt verkürzen sich Zugriffsmöglichkeiten in den Nanosekundenbereich. Musik wird konsumiert, nicht mehr tief erlebt. Diesen Zustand bedauere ich sehr, obgleich ich auch die Vorzüge modernen Streamings nutze.
Mein Musik Lebenslauf begann mit Depeche Mode und NDW, führte mich weiter über Hardrock und Metal, gab mir schöne Zeiten im Jahrzehnt der beginnenden Elektromusik (späte Achtziger,frühe Neunziger), ließ mich im Jazz auf den Geschmack kommen und führte mich am Ende sogar wieder zurück zum Metal und Hardrock.
Was einem doch entgeht, wenn man sich nur auf eine Musikrichtung konzentriert.

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